Marmozets

Interview mit Marmozets

„The Weird And Wonderful Marmozets“ bezeichnet sowohl die Band als auch das Debütalbum der Engländer exzellent. Unkonventionell erobert die Band gerade die Musikwelt. Wir trafen Sam und Jack zum Interview.

GETADDICTED: Manche Leute denken, dass euer Erfolg über Nacht kam, aber ihr habt wirklich hart dafür gearbeitet.

Sam: Ja, das stimmt und gerade sind wir an dem Punkt in Deutschland, an dem wir vor einigen Jahren in England waren. Auch in anderen Ländern werden wir mit offenen Armen empfangen. Gestern haben wir in Belgien gespielt und davor in Amsterdam und das war wirklich seltsam.

Jack: Ja, weil wir dort noch nie gespielt haben und es waren mehrere hundert Leute da. Wir haben Festival in der Umgebung gespielt, aber nie in diesen Städten. Bis zu diesem Punkt hat es aber gedauert, obwohl es in Deutschland ziemlich schnell ging. In England hat es fast sieben Jahre gebraucht bis an diesen Punkt zu kommen. Dann hatten wir es dort geschafft und sind nach hier gekommen, um wieder von neuem zu starten. Also im Moment könnte man die Situation hier mit unseren Anfängen in England vergleichen. Und das war natürlich kein über Nacht Erfolg.

GETADDICTED: Und ihr spielt dieses Jahr sogar beim Reading Festival, oder?

Jack: Ja und wir sind die einzige Band auf der Hauptbühne mit einer Frau.

Sam: Daran sieht man auch wieder die Entwicklung: Vor ein paar Jahren haben wir noch auf einer kleineren Bühne vor circa 500 Leuten gespielt. Und dieses Jahr spielen wir auf der gleichen Bühne wie Metallica. Das ist wirklich seltsam.

GETADDICTED: Die Presse ist wirklich vernarrt in Becca und hat einige Berichte über sie geschrieben, auch bezüglich des Fakts, dass ihr die einzige Band mit einer Frau auf der Hauptbühne seid. Wenn ihr Paramore wärt, würde das sicher niemanden interessieren. Wieso bei euch?

Jack: Das haben wir uns auch gefragt. Vielleicht ist es so, dass dieses Jahr generell mehr Bands mit Frauen auf dem Festival spielen (insgesamt fünf) oder es lag am Weltfrauentag, der ungefähr zur Zeit der Berichterstattung war. Aber was sollen wir uns beschweren? Das ist ja kostenlose Berichterstattung für uns. Wir bekommen Coverfotos und werden vom TV interviewt nur wegen Becca. Wir haben also aktiv nichts getan, um das zu verdienen, aber es ist einfach so, dass wir eine Sängerin haben.

GETADDICTED: Eure EPs waren sehr anders als euer Debütalbum. Wie kam das?

Sam: Wir sind schon seit acht Jahren musikalisch aktiv und da probiert man halt verschiedene Musikstile aus.

Jack: Es ist eine natürlich Entwicklung, wir sind ja auch als Musiker gewachsen in den letzten Jahren. Ich meine… Will war 14 Jahre jung als er die erste EP eingespielt hat. Wir waren noch Kinder! Natürlich entwickelt man sich dann noch weiter. Für das Debütalbum hatten wir schon eher eine Idee davon, wer wir sind und wo wir hin wollen. Ganz davon abgesehen macht es ja auch Spaß neue Dinge auszuprobieren. Ein paar Leute haben die neuen Sachen dann gehört, wir haben dadurch Gigs bekommen und wir wussten, wo wir hinwollen. Es hat einfach Sinn gemacht.

GETADDICTED: Viele Leute sagen, dass euer Debütalbum popiger ist als eure alten Sachen.

Jack: Naja, das würde ich nicht sagen… Es hat einfach mehr…Melodie?

Jack: Ja genau! Es ist nicht anstrengend es zu hören, sondern angenehm.

Sam: Man kann auch nicht so viel machen, wenn man nur shoutet. Auf dem Debütalbum ist viel mehr klarer Gesang und dadurch ist es abwechslungsreicher. Dadurch kann man Gesangsparts schreiben mit Melodien, die man nicht bringen könnte, wenn man nur shoutet.

GETADDICTED: Habt ihr Probleme mit eurem Alter? Einige von euch sind ja noch nicht 21.

Jack: Ja, schon. In den USA zum Beispiel ist es ja auch eine ganz andere Umgebung, aber wir respektieren die Gesetze in anderen Ländern. Außerdem sind wir ja eh viel unterwegs und fahren nachts durch die Gegend, um am nächsten Tag beim nächsten Gig zu sein. Das macht es einfacher nichts zu trinken.

GETADDICTED: Was ist denn euer Lieblingssong von „The Weird And Wonderful Marmozets“ und warum?

Sam: Ich mag „Hit The Wave“ sehr gerne, aber es gibt so viele so unterschiedliche Songs auf dem Album, dass ich mich da gar nicht so festlegen will. Es gibt Songs, in denen nur geshoutet wird und es gibt Balladen mit Klavier. Es ist ein sehr vielfältiges Album.

Jack: Ja, ich denke deswegen kommt es auch darauf an, wie man sich gerade fühlt.

Sam: Ich finde sie alle großartig. Ich liebe sie alle, wirklich.

GETADDICTED: Aber gibt es vielleicht einen Song mit dem ihr eine spezielle Erinnerung verknüpft habt?

Jack: Auf der letzten Tour in England haben wir „Move, Shake, Hide“ gespielt und wir hatten noch nie ein Konzert, das so groß wie dieses war. Das Publikum hat unglaublich reagiert. Wir haben aufgehört zu spielen und das Publikum hat uns unseren Text quasi zurückgeschrien. Das war ein sehr emotionaler Moment und gleichzeitig haben wir auch bemerkt, dass es ab da sehr cool werden würde. Jede Nacht auf dieser Tour war unglaublich und wir haben langsam bemerkt, wie sich die harte Arbeit bezahlt macht.

GETADDICTED: Macht es einen Unterschied für euch mit euren Geschwistern in einer Band zu sein?

Jack: Nein, wir kennen es ja nicht anders. Für uns sind wir…

Sam:… eine große, glückliche Familie…

Jack:… voller Freunde. Außerdem streiten wir nicht oft beziehungsweise nicht lange. Wir raufen uns schnell wieder zusammen, das ist cool.

GETADDICTED: 2015 wird euer Jahr. Würdet ihr mir da zustimmen?

Sam: Fuck yeah, das würde ich.

Jack: Wir hoffe es! Das ist natürlich nichts, was man nicht will, aber etwas, was man nicht beeinflussen kann. Wir hoffen also das Beste und geben unser Bestes.

GETADDICTED: Im Sommer kommt ihr wieder für ein paar Festivals, richtig?

Sam: Ja, Hurricane, Southside und einige sind noch in der Pipeline, aber noch nicht bestätigt. Wir wollen einfach so viele Shows spielen, wie wir können. Letztes Jahr war unglaublich und ich kann nicht erwarten, wie es dieses Jahr wird.

Jack: Die Festivals hier sind immer unglaublich! Die Leute kommen, um sich deine Musik anzuhören, auch wenn sie deine Band nicht kennen.

Sam: Die Menschen hier sind viel offener und lassen auch neue Sachen an sich ran. Hier mag man es einfach neue Musik zu entdecken. Ich mag es auch neue Musik zu entdecken. Auf Festivals laufe ich immer rum und höre mir jede Band an.

GETADDICTED: Wie soll man auch sonst neue Musik entdecken?

Jack: Ja genau, dafür sind Festivals ja auch da. Man hat große Headliner, um jedem gerecht zu werden, und dann noch kleinere Bands, die auch ihre Chance bekommen sollen. Wenn man als erster auf der kleinsten Bühne spielt, sind natürlich nicht so viele Leute da. Das haben wir auch schon durchgemacht. Aber es werden ein paar da sein und wenn du gut bist, werden sie wiederkommen.