Alex Amsterdam

Interview mit Alex Amsterdam

Mit „Come What May“ hat Alex Amsterdam ein neues Album veröffentlicht – und eine lange Tour angekündigt. Wir hangeln uns an den Songnamen entlang, um etwas über die große Liebe, die dunklen Geheimnisse und Jugendsünden des Alex A. zu erfahren.

1. Come What May

Ja, was soll denn jetzt kommen, wenn das Album raus ist? Abgesehen von  einer ausgiebigen Tour?
Auf jeden Fall Urlaub. Nach dem ganzen Release-Stress und den fast 40 Konzerten. Haha. Aber ohne Flachs. Ich bin sehr gespannt, wie das neue Album und die neue Präsentation auf Tour ankommen wird. Die Songs sind anders als sonst, persönlicher und endlich so, wie nur ich sie haben wollte. Ich musste keine Kompromisse machen und hab alles so gemacht, wie ich es wollte. Sprich: Ich mache mich ganz schön emotional nackig dieses mal. Daher bin ich auch das erste Mal richtig nervös. Und zwar wie Sau!

2. Breakup

Was wäre für dich ein Grund, dich aufzulösen?
Wenn mich Mr. Walter H. White in ein Fass stecken würde. Dann würde ich mich wohl zwangsläufig auflösen. Ansonsten gibt’s hier keine Pläne. Jetzt hab ich schon so lange durchgehalten, jetzt schaff ich auch noch etwas länger! Als ich den Song schrieb, saß ich übrigens zuhause und wartete auf meinen Cousin. Der hatte aber einen Mega-Streit mit seiner Freundin und hielt mich per WhatsApp auf dem Laufenden. Am Ende des Abends hatten die beiden sich versöhnt und ich einen neuen Song übers Schlussmachen!

Für Pegida sind meine Songs zu wenig pathetisch.

3. Miss Rainbow

Ein Regenbogen ist schön, man kann ihn aber nie erreichen. Für welche Frau (Miss)  gilt das in deinem Fall? Keira Knightley? Penelope Cruz? Oder doch Marusha?
Also Marusha ist mir mittlerweile etwas zu alt. Und auf meine Techno-affine Zeit warte ich auch immer noch. Den Song hab ich damals für jemanden ganz besonderes geschrieben. Und ja, heute ist sie unerreichbar. Aber was bleibt, ist der Song. Auch wenn es seltsam ist, ihn jetzt immer und überall zu sehen und jeden Abend zu singen. Ach ja, im Zweifel würde ich aber statt Keira und Penelope lieber Zooey Deschanel besingen. Am besten mit ihr zusammen wie bei She & Him.

4. Soul For Sale

Wo liegt für dich die Grenze – was würdest du niemals erlauben, was Leute mit deiner Musik anstellen könnten?
Einen Soundtrack für die Pediga-Bewegung ausloben. Aber ich glaube da wären meine Songs eh nicht zu geeignet. Zu wenig pathetisch. Ansonsten bin ich grundsätzlich für (fast) jede Schweinerei zu haben!

5. Rid Of Me

Du hast viel als Support für einige Bands gespielt. In welchen Moment hast du das Gefühl, dass Bands/Fans/Veranstalter dich eigentlich lieber loswerden möchten?
Hahaha. Ich liebe die Interviews mit euch. Aber das nur am Rande. Nun zur Frage. Tja, schwer zu sagen. Vielleicht wenn ich dem Hauptact mal wieder das Wasser abgegraben oder deren Fans beleidigt habe. Oder das ganze Backstagebier alleine gesoffen habe. Oder weil ich ein untragbarer, nerviger, zutiefst unwitziger und anstrengender Zeitgenosse bin.  Das klingt mir nach plausiblen Gründen, oder?  Hö.

6. Everything Seems Right

Jedes neue Album ist „das beste, das ich jemals gemacht hab“. Warum ist das neue besser als die vorherigen?
Weil es neuer ist. Sagen Künstler das nicht immer? Ich wollte dies auch mal tun. Aber im Ernst. Ich konnte mich das erste Mal so richtig austoben und ausleben in dieser Produktion. Es ist alles so gelaufen, wie ich es haben wollte. Das war sehr befreiend. Es gibt sicherlich Stücke auf dem Album, die manche Leute nicht mögen oder verwirren werden. Aber das ist mir egal. Wenn ich erfolgsorientiert und dem Trend angepasste Platten produzieren wollte, würde ich auf Deutsch singen und mich auf einen Barhocker setzen. Hab ich aber keine Lust drauf. Ich wollte ein Album machen, hinter dem ich 100%ig stehe, was aber auch leicht und eingängig für bekannte und neue Ohren klingt. Was für mich absolut kein Widerspruch ist.

Alex Amsterdam

Alex Amsterdam

7. Rockstar

Du bist Mega-Rockstar und kannst dir alles leisten – wie lässt du so richtig die Sau raus?
Ich kaufe mir Michael Wendler, flieg mit ihm in den Dschungel und lasse mir jeden Tag Dschungelprüfungen vorführen! Live. Dabei trinke ich heißen Jagertee und höre „When Doves Cry“ von Prince.

8. Temper Of Your Heart

In welchem Gemütszustand kannst du für andere unangenehm bis unerträglich werden?
Wenn ich morgens aufstehe.

9. Tell Me

Ein Geheimnis über Alex Amsterdam, das du noch nie in einem Interview zugegeben hast!
Ich heiße eigentlich Alexander Amsterdam und habe ein zweites Standbein im Schlager-Biz!

10. Perfect Stranger

Du hast dauernd mit Leuten zu tun, die du mehr oder weniger gut kennst. Was macht einen Menschen aus, mit dem du sofort auf einer Wellenlänge bist?
Ganz oft eher Menschen, die ich weniger gut kenne. Gerade das liebe ich an meiner Tourerei. Denn gerade wenn mal wie ich oft alleine on the road ist, ist man darauf angewiesen, coole und nette Menschen auf Tour kennenzulernen. Meistens klappt das auch.
Und was macht es aus „auf einer Wellenlänge“ zu liegen? Puh, gute Frage. Dass man einen ähnlichen Humor hat. Gut und offen miteinander redet. Und einfach ein gutes Gefühl hat wenn man sich begegnet. Triviale Dinge wie „der richtige Musikgeschmack“ und „gleiche Interessen“ sind zwar von Vorteil, aber für mich persönlich nicht zwingend erforderlich für das gemeinsame „Wellenschlängeln“.

Wer hat den längeren Atem?

11. Clueless

„Tempo- und detailreich inszenierte Teeniekomödie, die amerikanische Fernseh-Jugendserien ironisiert und karikiert.“ sagt das Lexikon des Internationalen Films. Wenn dein Leben Teil einer Filmhandlung wäre – in welchem wäre das?
Lustigerweise habe ich diesen Film während meiner Teenagerzeit des Öfteren geschaut. Ich war sehr verknallt in Alicia Silverstone. Tja, lange ist’s her und der Song hat auch nix mit dem Film zu tun. Trotzdem erinnert er mich immer wieder daran. Und wenn ich mich jetzt für einen Filmtitel entscheiden müsste, würde ich wohl sagen: „No country for old men“. Haha. Oder wohl besser „Almost Famous“. Fast berühmt. Aber halt auch nur fast.

12. Lousy Thieves

Wer dürfte eine Songzeile/Melodie/was auch immer aus einem deiner Songs klauen, ohne dass du dich beschweren würdest?
Klaut nicht jeder heutzutage irgendwie und unterbewusst irgendwo? Genau wie es nur eine bestimmt Anzahl von Tönen und Melodieabfolgen gibt, gibt es auch nur eine begrenze Anzahl an Worten und Phrasen. Aber mir wär’s auch latte. Wer selbst nichts aufs Papier bringt, kann gerne bei mir abschreiben. Oder sonst wo. Aber ob das eine gute Idee wäre?

13. My Love Is In Vain

Warum der ganze Scheiß eigentlich noch?
Das frage ich mich mit 34 und im siebten Jahr Alex Amsterdam auch immer wieder und jeden Tag. Und die Antwort ist einfach: Weil ich immer noch Bock habe und motiviert bin, bis in die Haarspitzen. Und auch wenn sich manch einer bestimmt schon vor Jahren meinen musikalischen Abtritt gewünscht hätte…Pech für euch. Ich bleib noch ein bisschen. Also, wer hat hier den längeren Atem?