Nathan Gray

Interview mit Nathan Gray

Nathan Gray, Frontmann von I AM HERESY und BOYSETSFIRE hat mal wieder ein neues Projekt. Dieses Mal: Ganz persönlich. Geprägt von Künsltern wie Joy Divison, Depeche Mode und David Bowie beschäftigt er sich dabei auch mit dem Thema Satanismus – wozu wir ihm mal ein paar Fragen gestellt haben.

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GETADDICTED: Deine neue EP beschäftigt sich mit Themen, die mit Satanismus zu tun haben – bist du dafür in den USA oder auch generell attackiert worden?

Nathan: Ich bin auf jeden Fall schon wegen meiner Mitgliedschaft in der Church of Satan und dem Fakt, dass ich mich selbst als Satanist bezeichne, hinterfragt worden. Ich fühle mich aber keinesfalls angegriffen. Die meisten Leute sind einfach neugierig, und meistens sogar sehr höflich mit ihren Fragen. Ich beschäftige mich gar nicht mit Leuten die einen attackieren, erniedrigen und versuchen einem ihre eigenen schwachen Ansichten aufzuzwingen. Ich werde mich nie von einfachen Worten „attackiert“ fühlen.

GETADDICTED: Nach dem Charlie Hebdo Massaker haben wir hier in Europa angefangen darüber zu diskutieren, wie religiöse Themen behandelt werden sollten. In Deutschland gibt es sogar Gesetze gegen Blasphemie – wie sieht es damit in den USA aus? Was denkst du über diese Gesetze, die „Blasphemie“ bestrafen?
Nathan: Ah ja, die alten „Blasphemie Gesetze“…Das letzte mal, dass ich etwas über die gehört habe ging es um Mahalo und das Koreanische Toilettenpapierfiasko in Deutschland. Ich finde diese Gesetze absolut widerlich und sehe sie als Angriff auf die Freie Meinungsäußerung. Keine Gruppe sollte geschützter sein als sie es eh schon durch ihren religiösen Glauben ist. Es ist lächerlich…. Worte, Kunst, Comics, Reden  – nichts davon kann dir Wehtun, ausser du bist eh eine schwache Person. Wenn deine Religion oder Ideologie einer einfachen Infragestellung, Kritik oder ein bisschen Spott nicht standhalten kann,  dann ist es kein Glaube, der es Wert ist. Blasphemie zu bestrafen ist als ob man Eifersucht bestrafen würde. Es ist ein abstraktes Konzept, das von Idioten mit schwachem Willen benutzt wird, die ihren Daddy brauchen um ihre Kämpfe für sie zu bestreiten.

GETADDICTED: Was denkst du: Sollten wir respektvoll mit den religiösen Ansichten anderer umgehen?
Nathan: Ich persönlich lebe nach der Überzeugung „Verantwortlichkeit zu den Verantwortlichen“. Wenn du mich mit Respekt behandelst, werde ich das umgekehrt auch tun. Wenn nicht, dann gehen mir dein Standpunkt und deine Ideologie am Arsch vorbei. Ich denke nicht, dass man dazu gezwungen sein sollte, jedermanns Standpunkt zu respektieren, aber ich denke, dass jeder eine Art sozialen Vertrag respektieren sollte. Ich glaube dieser Vertrag beginnt mit einer pluralistischen Gesellschaft, in der alle an das glauben können, woran sie wollen – solange sie es niemand anderem aufzwingen. Religion sollte eine persönliche Sache sein, und keinen Platz im öffentlichen Sektor oder in Regierungsgeschäften haben.

(Interview: Sebastian Bartoschek, Fotos: Angela Assmuth)


Sebastian Bartoscheck und Nathan Gray, Foto: Angela Assmuth

Sebastian Bartoscheck und Nathan Gray, Foto: Angela Assmuth

ENGLISH VERSION

GETADDICTED: Your new EP deals with subjects related to satanism. have you been being attacked for that in the US, or in general?

Nathan: I have most certainly been questioned about my involvement with The Church Of Satan, and because I call myself a Satanist. I do not however feel attacked. Most people are frankly curious, and usually very polite in their questioning. I do not bother with folks that attack, demean, and push their own weak agenda. I will never feel “attacked” by simple words.

GETADDICTED: After the Charlie Hebdo-massacre we here in Europa have discussions about how religion should be treated. in Germany we got even laws against blasphemy. a) what is the current legal situation in the US concerning this subject? b) what do you think about laws, that punish „blasphemy“, i.e. in German a law against the humiliation of religious feelings?

Nathan:  Ah yes, the old “blasphemy laws”… the last I heard of those coming up, were with “Mahavo”, and the Koran toilet paper fiasco in Germany. I find these laws to be absolutely repellent and an affront to free speech. No certain group should be any more protected, then they already are based on their religious beliefs. It’s silly… words, art, cartoons, speech…none of these things can hurt you, unless you are a weak person. If your religion or ideology cannot stand up to questioning, lampooning, or criticism, then it is not a belief worth having. Punishing blasphemy, is like punishing jealousy. It’s an abstract concept set in place by weak minded jackasses that need daddy to fight their battles for them.
GETADDICTED: What do you think: Should we act respectfully concerning the religious feelings of others?

Nathan: I personally live by the creed “responsibility to the responsible”. If you treat me with respect, I will return that respect in kind…If not, then your viewpoint and ideology are absolute shit to me. I don’t think that anyone should be forced to respect anyone else’s viewpoint, but I do think that everyone should respect a form of social contract. I believe that contract begins with a pluralistic society, where all are free to believe as they want, as long as they do not force it onto others. Religion should be a personal thing, and have no place in the public sector or government dealings.

(Interview: Sebastian Bartoschek, Fotos: Angela Assmuth)