Nothing But Thieves

Interview mit Nothing But Thieves 2015

Nothing But Thieves führte es dieses Jahr schon als Support von Gerard Way und Awolnation nach Deutschland – im Herbst kommen sie auf Headline-Tour. Wir sprachen mit ihnen über ihre Entwicklung und ihr Debütalbum.

Termine – präsentiert von GETADDICTED

05.11.2015 Berlin – Privatclub
14.11.2015 Köln – Blue Shell

 

GETADDICTED: Ich habe gelesen, dass ihr nicht wirklich wusstet, wo ihr hinwollt mit eurer Musik, bis ihr nach Amerika gereist seid, um dort aufzunehmen.

Conor: Ja, das stimmt. Im ersten Jahr unsere Karriere haben wir erst angefangen zu lernen, wie man Songs schreibt. Wir waren zwar alle schon vorher musikalisch tätig, aber wussten nicht wirklich, wie man sowas professionell angeht. Als wir dann nach Amerika gingen, haben wir erst gelernt, wie das geht.

Joe: Das Problem war, dass wir in unseren Köpfen genau wussten, wie die Songs klingen sollten, aber nicht die Fähigkeiten hatten, die Ideen aus unseren Köpfen in einem Song zu verarbeiten. Und in Amerika wurde uns dann beigebracht, wie wir das machen.

GETADDICTED: Denkt ihr, dass eure musikalische Vielfältigkeit von den Einflüssen der verschiedenen Bandmitglieder kommt?

Conor: Ja, so ist es. Vollkommen.

Conor: Als ich 11 oder 12 war, war ich bekannt als das „Classic Rock-Kind“. Es ist auch nicht so, dass alle Genres vertreten sind bei uns, aber jeder hat so seine Favoriten. Einer mag Classic Rock, der andere Elektro, Blues, R’n’B oder Soul… Und da bekommen wir die Kurve. Wir alle lieben Rock, aber haben auch andere, individuelle Einflüsse.

Joe: Ja, genau. Price war vorher in einer Pop-Punk-Band und ich in einer Blues Cover Band und all diese Einflüsse nehmen wir mit in diese Band.

Conor: Die Bands vorher haben mir außerdem beigebracht, selbstbewusster auf die Bühne zu gehen.

GETADDICTED: Conor, wie kannst du jedes Mal so viel Emotion in deine Stimme legen? Verlieren die Wörter nicht die Bedeutung für dich, wenn du sie immer und immer wieder singst?

Conor: Als Kind habe ich mich schon sehr für’s Performen interessiert. Man gibt einfach alles, was man kann. Als mir Joe „Lover Please Stay“ zeigte, welcher der erste Song war, den er je geschrieben hatte, hat er wirklich etwas in mir ausgelöst. Ich hörte ihn und er war direkt mit mir verbunden. Ich bin sehr stolz darauf, ihn zu singen, aber dass ihn jemand anders singt, könnte ich mir auch nicht vorstellen. In einem sehr klischeehaften Sinn, war ich dafür bestimmt. Ich denke immer daran, worum es in dem Song geht und wie Leute ihn wohl gerne hören würden. Das ist wichtig für mich: Der Zuhörer. Wenn ich als Sänger etwas in dir auslöse, habe ich mein wichtigstes Ziel erreicht. Also überlege ich einfach, wie der Zuhörer den Song wohl gerne hören würde, und trage ihn so vor.

Joe: Natürlich gilt das für den Rest der Band auch: Wir geben immer 100 Prozent. Natürlich haben wir den Song schon 1000 Mal gespielt, aber die andere Seite hört ihn vielleicht zum ersten Mal. Wenn sie extra kommen, um dich zu sehen, ist das doch nur fair.

 

GETADDICTED: Ist es denn schwierig für dich Texte zu singen, die nicht von dir sind?

Conor: Nein, gar nicht. Joe ist ein sehr guter Texter und ein kluger Junge. Deswegen habe ich immer zu ihm aufgesehen. Ich meine, ich schreibe ja auch Texte beziehungsweise versuche mich daran, aber er ist einfach so gut. Wieso sollte ich damit ein Problem haben? Ich bin sehr gut darin, mich in einen Song reinzuversetzen, weil wir vorher immer diskutieren worüber wir schreiben wollen und was wir darstellen wollen für andere; also den Ethos der Band. Wir denken zusammen darüber nach, was wir wollen.

Joe: Wir kennen uns ja auch schon etwas länger und mittlerweile weiß ich, was ich schreiben kann, damit er es auch letztendlich singen will. Ich weiß, was und wie er es sagen will und schreibe es nur für ihn auf.

GETADDICTED: Was können wir von eurem Debütalbum erwarten?

Conor: Es wird eine Erweiterung der EP. Also wird es harte, rockige, aber auch softe Momente haben.

Dom: Es werden auch Songs der EP ihren Weg auf das Album finden. Sie sind einfach zu gut, um sie nicht noch mal erneut professionell aufzunehmen.