New Found Glory

Interview mit New Found Glory

Die Urgesteine des Pop-Punks veröffentlichten dieses Jahr ihr bereits achtes Studioalbum. Im Interview erklärt Sänger Jordan, welche Entwicklung die Band durchgemacht hat und wieso sie ihrem Sound treu geblieben sind.

GETADDICTED: Wie habt ihr euch persönlich und musikalisch in den letzten Jahren verändert?
Jordan: Wir sind jetzt seit 1997 eine Band und natürlich passiert da viel, was einen verändert. Besonders im letzten Jahr war das der Fall, aber diese schlechten Erfahrungen haben uns stärker gemacht. Ich habe das Gefühl, dass wir dadurch eine noch engere Beziehung haben. Im Bezug auf diesen Aspekt, also die Beziehung untereinander, sind wir in den letzten Jahren auf jeden Fall gewachsen. Musikalisch hat es uns auch verändert. Mittlerweile wissen wir, was wir tun, und versuchen die bestmöglichen Alben zu produzieren. Dann hoffen wir natürlich, dass unsere Fans auch mögen, was wir fabriziert haben.

GETADDICTED: „Ready And Willing“ ist ein wichtiger Song vom neuen Album. Wieso?
Jordan: Ja, das ist tatsächlich ein wichtiger Song für uns. Es geht darum, dass niemand an uns geglaubt hat, als wir diese Band gestartet haben. Unsere Lehrer meinten, wir sollen lieber ans College gehen und so weiter. Und wo stehen wir jetzt? 17 Jahre später? Wir spielen in Köln. Weit, weit weg von zu Hause. Also ich bin sehr stolz darauf.

GETADDICTED: Wie kreiert ihr einen Sound, der auf fünf Leute ausgelegt ist, mit aktuell nur vier Leuten?
Jordan: Ha, gute Frage! Ich denke das, wenn man sich bewusst darüber ist, dass man dann einiges anders machen muss, es genauso gut funktionieren kann. Also fokussieren wir uns gerade darauf, nur noch vier Leute zu sein und das bestmöglich umzusetzen. Ein Bass, eine Gitarre, ein Schlagzeug. Wir hören zurzeit viele alte Alben unserer Jugendhelden. Diese Bands bestanden meist auch nur aus vier Musikern: Rage Against The Machine, Pantera, sogar Descendents hatten nur einen Gitarristen und die Musik ist genauso catchy wie der Gesang. Wir versuchen nicht so zu klingen, wie diese Bands, aber wir versuchen das auch so hinzubekommen beim neuen Album. Wir müssen einfach weitermachen und versuchen, einen fetten Sound zu schaffen.

GETADDICTED: In letzter Zeit gehen viele Pop-Punk Bands eher in die poppige Richtung. Wieso seid ihr beim punkigeren Sound geblieben?
Jordan: Natürlich wollen wir ein neues Album immer besser klingen lassen als das davor, aber wir wollen uns auch treu bleiben. Dieser Sound ist einfach in uns und mit ihm haben wir damals angefangen. Wir haben Ostküsten-Hardcore und Westküsten-Punk genommen und die Stile vermischt. Zu der Zeit hatte das noch keine andere Band gemacht. Generell wollen wir unseren Sound nicht zu sehr verändern, weil wir es nicht für selbstverständlich halten, wieso unsere Fans angefangen haben uns zu hören. Ich will einfach kein Album veröffentlichen, das langsam und langweilig ist. Ich will ja auch auf der Bühne Spaß haben mit der Musik. Das wünsche ich mir natürlich auch für die Fans.

GETADDICTED: All Time Low und The Story So Far haben ihren Namen von oder aus einem eurer Songs, oder?
Jordan: Ja, es ist wirklich cool, dass sie sich an unserem Genre orientiert haben und dass sie und auch andere Bands uns schon so lange hören. Es ist immer schön zu hören, dass man andere Musiker in ihrem Tun beeinflusst. Es gibt ja einige Bands, die ihren Namen aus ihrem Lieblingssong haben. Es schmeichelt uns sehr, aber aktiv habe ich noch nicht darüber nachgedacht.

GETADDICTED: Wann war das letzte Mal, dass du etwas Selbstloses getan hast?
Jordan: Hm, das war wahrscheinlich letzten Jahr? Nein, eigentlich mache ich das jedes Jahr. Ich arbeite mit einer lokalen Organisation zusammen, die „Stand Up For Kids“ heißt. Es ist ein Ort für obdachlose Kinder, wo sie spielen können, Essen und Kleider bekommen. Dort gehe ich öfter hin, höre mir ihre Geschichten an und spiele Gitarre für sie. Dann gibt es noch eine andere dieser sozialen Stellen, an der es auch nötig ist, über Nacht zu bleiben, quasi als Betreuung, um sicher zu gehen, dass alles in Ordnung ist. Das mache ich auch öfter.

GETADDICTED: Auf was freust du dich in nächster Zeit?
Jordan: Wir haben bald eine Show in Thailand, Bangkok, und darauf freue ich mich sehr. Wir werden dann zum zweiten Mal dort sein und das letzte Mal war wirklich großartig. Außerdem spielen wir das Soundwave Festival in Australien. Das wird sicher auch ein großer Spaß.