Kaptain Kaizen

Kaptain Kaizen über „Alles und nichts“

Wenn es bei Kaptain Kaizen im Promo-Text zum Album „Alles und nichts“ heißt: „Für Fans von Freiburg, Turbostaat, Muff Potter“ – dann ist das ausnahmsweise richtig und nicht das übliche Promogewäsch. Man könnte vielleicht noch Captain Planet ergänzen. „Alles und nichts“ erscheint am 23. August bei This Charming Man Records.

GETADDICTED: Nennt drei Schlagworte, die das Album/die EP beschreiben!
Max Daubaris (Kaptain Kaizen): Volldampf-Emo-Power.

GETADDICTED: Jede Veröffentlichung ist „das beste, was wir jemals gemacht haben“. Warum sind diese Songs besser als alle vorher und besser als der Rest der Welt?
Max Daubaris (Kaptain Kaizen): Im sechsten Band-Jahr ist man einfach weiter als im ersten. Man weiß viel genauer, wo die Band hinmöchte, was wir vier gemeinsam abfeiern. Das wirkt sich natürlich positiv auf Songstrukturen, Texte und Sound aus. Das ist bestimmt nicht besser als der Rest der Welt, aber wir können uns gerade nichts besseres vorstellen.

GETADDICTED: Es kann nur einen geben: Welcher Song ist Dein Lieblingssong des neuen Albums?
Max Daubaris (Kaptain Kaizen): Mein Lieblingssong ist das letzte Lied der Platte: Tunichtgut. Die Geschichte beginnt klassisch. Der Studiotermin rückt näher, aber die Platte war aus unserer Sicht noch nicht fertig. Also mussten weitere Ideen her. Die Ur-Version dieses Liedes geisterte schon länger im Kandidaten-Ordner der Band rum, doch der Sprung in den Proberaum fand einfach nicht statt. Der Text, der von Depressionen und unseren Umgang als Gesellschaft damit handelt, war mir jedoch zu wichtig, um das Lied auf den Ablagestapel zu legen. Also nochmal mit der Heckenschere dran, Text mehr auf den Punkt bringen, neuer Refrain, andere Songstruktur. So wurde es in den Arbeitsprozess aufgenommen. Der erste Schritt bei uns ist dann eine Bandaufnahme des Ur-Vorschlags, danach werkelt jeder bis zur nächsten Probe daran rum. Und was soll man sagen? Bei der nächsten Probe dann bäm: Julian bringt diese geile, emotionale Gitarren-Hookline für den Refrain mit. Die ganze Gefühlslage dieses Liedes ist irgendwie darin vereint. Ich bekomme immer noch jedes Mal Gänsehaut! Danach wussten wir, der Song muss fertig werden! Dass es dann noch in diesem mächtigen Schlusschor mündet, war dann noch das i-Tüpfelchen.

GETADDICTED: Warum habt ihr euch für diesen Albumtitel entschieden? In drei Sätzen.
Max Daubaris (Kaptain Kaizen): Private Lebensentscheidungen, Social-Media-Realitäten, Politik – alles Themen dieser Platte. Entscheidungen, die einem Alles bedeuten, bedeuten in Relation gesetzt dann doch oft irgendwie Nichts. Schrödingers Katze lässt grüßen.

GETADDICTED: Zwischen welchen CDs oder Platten würde euer Album in eurem Regal stehen?
Max Daubaris (Kaptain Kaizen): Muff Potter, Turbostaat, Freiburg.

Kaptain Kaizen – Messer