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Leoniden – Leoniden (Review)

Kaum einer Band wurde in den Best Of 2016-Listen der große Wurf für 2017 so oft angedichtet wie Leoniden. Wir haben uns das Leoniden-Debütalbum direkt mal unter den Nagel gerissen. Und wir sehen jetzt, was es mit diesen ganzen Vorschusslorbeeren auf sich hat.

Leoniden spielen sich schon gefühlt ewig durch die Gegend, nahmen bereits 2014 auf unserer Couch zum Videointerview Platz. Doch liebgewonnene Labels gehen über den Jordan, neue Sänger müssen gefunden werden…man hat es nicht einfach als Band. Jedenfalls hat es bis 2017 gedauert, dass Leoniden ihr Debütalbum unter die Leute bringen. Und das geht so:

Diesen Opener wirst Du 2017 noch einige Male hören. Schuld: Die tanzbare Strophe mit ihren Handclaps, der Refrain & und besonders der letzte Part (ab Min 2)! Also irgendwie alles an Nevermind. Auch wenn sich Sänger Jakob textlich mit den negativen Konsequenzen seines Schritts, für die Band vom pulsierenden Hamburg ins eher beschauliche Kiel (no harm intended, Kiel!) zu ziehen, auseinandersetzt: Du kannst nicht anders, als gut gelaunt mitzusingen. Nevermind wird definitiv in den Clubs, wahrscheinlich im (Nischen-)Radio und – wenn irgendein Marketingfuzzi sein Produkt erfolgreich anhipstern will – vielleicht auch im nächsten Bewegtbild-Werbespot landen. Oh well, whatever, Nevermind!

Und dann folgt mit 1990 ein Song, der tatsächlich „Time to GETADDICTED“ propagiert. Leoniden, Ihr Schleimer! In The Tired lässt die Band das erste Mal ihre Vorliebe für soulige Klänge raushängen, während das hektische Iron Tusk an Math und At The Drive-In denken lässt. Du merkst: Leoniden haben Bock auf Bandbreite. Mal klingt das selbstbetitelte Debüt, für das die Band ihr eigenes Label Two Peace Sings Records gründete, nach coolem Club Sound à la Moloko (Sisters), dann nach Trip Fontaine und dann irgendwie auch nach George Michael (North). Mit Storm und City schaffen es zwei 2014er Songs von der EP Invert India ins Jahr 2017. Mit den starken Two Peace Signs (Banderkennungszeichen-Trivia: Daumen reingeklappt, vier Finger nach oben, Zeige-+Mittelfinger=V, Ring- & kleiner Finger =V) und Eleven Hands geht Leoniden auch hintenrum nicht die Luft aus.

Bei aller Genrewilderei: das Leoniden-Debüt ist mit all diesen Ecken und Kanten stimmig. Und funktioniert blendend, weil: egal ob laut, leise, langsam, hektisch, vertrackt-verrückt oder geradeaus – es gibt keine Momente, in denen nicht fleißigst abgetanzt werden kann. Und genau diese Stärke wird die Leoniden-Konzerte der kommenden Tour zu einer wilden Angelegenheit machen.

Leoniden auf GETADDICTED

 

 

LEONIDEN AUF TOUR

11.03. Münster, Gleis 22
16.03. Kiel, Die Pumpe
17.03. Flensburg, Volksbad
18.03. Hamburg, Molotow
21.03. Hannover, LUX
22.03. Bremen, Lagerhaus
23.03. Oberhausen, Druckluft
24.03. Lingen, Alter Schlachthof
25.03. Braunschweig, B58
26.03. Rostock, Peter-Weiss-Haus
27.03. Magdeburg, Musikkombinat
28.03. Leipzig, Naumanns
30.03. Berlin, Musik & Frieden
31.03. Wiesbaden, Schlachthof
01.04. Stuttgart, Zwoelfzehn
02.04. München, Sunny Red
04.04. Köln, Blue Shell
05.04. Saarbrücken, Kleiner Klub / Garage
06.04. Würzburg, CAIRO
08.04. Augsburg, SOHO
09.04. Ludwigshafen, das Haus

Promofoto: Robin Hirsch