Metz in Köln, Foto: Jonas Trautner

Metz in Köln 2015

Das Fiepen in den Ohren lässt so langsam nach… Wer sich einem Konzert der kanadischen Noisepunkband Metz aussetzt, muss mit solchen Nachwirkungen rechnen.

Metz + Heads. im MTC Köln, 25.06.15

Aber das ist der kathartische Krach auf jeden Fall wert. Trotz des endlich wieder sommerlichen Wetters hat sich eine ansehnliche Menge Menschen im Kellerraum des MTC eingefunden, um ihren Ohren einem Belastungstest zu unterziehen. Die Vorband Heads. passt da wie die Faust aufs Auge, denn auch sie widmet sich den heftig verzerrten Riffs bei hoher Lautstärke. Nur dass es bei ihnen etwas langsamer zugeht. Sie sind eher Dampfwalze als D-Zug und laden somit mehr zum Kopfnicken als zum Pogen ein.

Dann entern Metz die Bühne und überfahren das Publikum gleich mal mit einer Hochgeschwindigkeitsattacke. Beim dritten Song „Get Off“ bildet sich, nachdem Frontmann Alex Edkins das Publikum zur Bewegung aufgefordert hat, ein erster zarter Moshpit. Es sollte nicht der letzte des Abends bleiben.

Kanadier sind ja eigentlich für ihre Höflichkeit bekannt, aber Metz gehen musikalisch ziemlich rüpelig zu Werke. Doch so roh es auch klingt, wenn sich Schlagzeug, Gitarre, Bass und Geschrei zu einem knüppeligen Klumpen vermengen – hinter der Musik von Metz steht tatsächlich ein jahrelanger Verfeinerungsprozess. Es ist eben nicht so einfach, seine Wut so pointiert in Songs zu gießen.

Während andere Bands versuchen, live dem Klang ihrer Alben gerecht zu werden, ist es bei Metz umgekehrt: Ihre beiden Platten sind ein Versuch, die unbändige Live-Energie des Trios einzufangen. Das gelingt ihnen ziemlich gut, aber nur in der Livesituation kommt man dem Kern der Band wirklich nahe. Denn dort destillieren Metz die Essenz der Angepisstheit.

Der Gitarrist und Sänger Alex Edkins schreit von Kopfschmerzen, Trunkenheit und Schmerzmitteln. Wenn er sich schüttelt, regnet der Schweiß an ihm herunter. Auch seine beiden Mitstreiter, Bassist Chris Slorach und Schlagzeuger Hayden Menzies werfen sich mit einer unbändigen Kraft und Körperlichkeit in ihre Songs.

Eine Zugabe gibt es nicht, trotz des euphorischen Beifalls, mit dem Metz gefeiert werden, als sie die Bühne verlassen. Doch nach einer knappen Stunde ist auch alles gesagt, was man mit auf den Punkt gespielten Noisepunksongs sagen kann.