Muse in Düsseldorf 2006, Foto: Jens Becker

Muse in Düsseldorf 2006

Nachdem Muse im Sommer ihr Album „Black Holes and Revelations“ veröffentlichten, gingen Matt Bellamy und Co. im Dezember auf Tour – unter anderem in die Düsseldorfer Philipshalle.

Muse in der Philipshalle, Düsseldorf // 13.11.2006

„Umwerfendst! Grandiosestenst! Geilstenst!“ – Dennis aus Dormagen schleuderte nach der Show auf dem Parkplatz in grammatikalisch „unsaubersten“ Superlativen um sich, und doch konnte er das berauschende Erlebnis von rund 90 Minuten Muse live nicht in Worte fassen. Die Jungs um Sänger Matt Bellamy, dem Dennis sofort einen Heiligenschein verpassen wollte, hatten tatsächlich auf verschiedene Weise die Kondition der Fans und die Standfestigkeit der altehrwürdigen Philipshalle getestet.

Muse in Düsseldorf 2006, Foto: Jens Becker

Muse in Düsseldorf 2006, Foto: Jens Becker

Von einer bombastischen Lichtshow in Szene gesetzt klemmte sich Matt hinter sein Mikro, sein Gesicht und die von Drummer Don und Bassist Chris erscheinen in kurzen, schnellen Schnitten auf großen Videoleinwänden, durchschnitten von grellen Animationen. Nach vier Songs stellt Matt seine Gitarre an die Seite, setzt sich an ein schneeweißes Klavier und beginnt unter dem Jubel der ausverkauften Halle mit dem Intro von „New Born“. Pünktlich zum Gitarreneinsatz reißt er sich seinen Sechssaiter wieder um und springt mit einem Satz vom Klavierpodest – die Halle tobt, die grellen Scheinwerfer schweifen über einen springenden Mob. Trotz der opulenten Showelemente beweisen Muse dabei jede Sekunde, dass sie damit keine Unzulänglichkeiten kaschieren wollen – die haben sie nämlich scheinbar nicht.

Nach gut einer Stunde erging sich die Band dann in einem minutenlangen Instrumentalpart. Flirrende Synthiesound, jaulende und bratende Gitarren, scheppernde Drums. Als Matt Bellamy anschließend seine Klampfe über den Kopf hebt, abstellt und Muse die Bühne verlassen, rechneten einige Konzertbesucher schon mit dem Ende. Doch die Halle tobte weiter, die Leute klatschten, pfiffen und testeten trampelnd die Standfestigkeit der Tribünen. Und Muse kamen noch einmal wieder, unter anderem mit „Time Is Running Out“. Als die Band dann schließlich in rotem Licht und Stroboskopblitzen versank und vom vorderen Bühnenrand Rauchfontänen in die Luft schossen, war das das Zeichen, dass die Zeit dann endgültig abgelaufen war.