Muse live in Köln 2016 // Foto: Kirsten Otto

Muse live in Köln 2016

Ufos, fliegende Glühbirnen mit Trapezkünstlern – wir sind ja schon einiges von Muse gewohnt, aber diesmal schießen sie nun wirklich den Vogel, äh, die Drohne ab.

Muse in der Lanxess Arena, Köln // 06.03.2016

„Schalten Sie bitte alle das Blitzlicht von Ihren Kameras und Mobiltelefonen aus. Danach dürfen Sie soviel Fotos und Videos machen, wie Sie möchten.“ Zugegeben, Ansagen wie diese, die kurz vor dem Beginn des Muse Konzertes durch die Boxen erklingen, hört man nicht oft. Dabei ist die Begründung simpel. Die Band möchte gewährleisten, dass sich ihre bombastisch konzipierte Show komplett entfalten kann, was nicht möglich wäre, wenn aus allen Winkeln im Sekundentakt die Blitzlichter aufleuchten würden.

Muse live in Köln 2016 // Foto: Kirsten Otto

Eröffnet wird der Abend jedoch unspektakulär von Nothing But Thieves. Eine gute halbe Stunde versuchten die fünf Briten die wartende Menge mit ihrem Alternative-Rock zu unterhalten, der aber niemanden wirklich zu begeistern scheint. Darum ist es auch weniger verwunderlich, dass die Band nicht die gleiche Aufmerksamkeit bekommt, wie die Bühnenkonstruktion. Anders als gewohnt befindet sich nämlich in der Mitte der Halle eine 360° Grad Bühne mit jeweils zwei langen Laufstegen bis an das linke und rechte Ende des Innenraums. Während Nothing But Thieves sich bei ihrem kurzen Set ausschließlich in der Mitte aufhalten, kann man in der Umbaupause schon erahnen, dass Muse sich damit nicht zufrieden geben werden. Sowohl auf der Bühne als auch auf den Laufstegen werden unzählige Mikrofone befestigt, die im Verlauf des Konzerts eine Spielwiese für die Musiker darstellen werden.

Nach gut 45 Minuten Umbaupause gehen um 21:15 Uhr in der Halle die Lichter aus und das Intro „Drones“ ertönt. Bereits jetzt wird deutlich, dass die Tour ihrem Namen alle Ehre macht. Während auf einem 360° Grad Bildschirm direkt über der Bühne die Lyrics des gleichnamigen Songs erscheinen, beginnen beleuchtete Drohnen durch die Arena zu fliegen. Noch bevor man sich an dieser schönen Kulisse satt gesehen hat betreten Muse die Bühne und eröffnen ihr Set mit „Psycho“, gefolgt von „Plug In Baby“. Ab diesem Moment gehört ihnen die volle Aufmerksamkeit des Publikums. Die Bitte, ohne Blitzlicht zu fotografieren, wird im Laufe der Show auch schnell ersichtlich: Immer wieder werden transparente Leinwände über den Laufstegen heruntergefahren um die Lieder mit Videosequenzen zu untermalen.

All on @muse. All on our website tonight! #muse #drones #dronestour #matthewbellamy #mattbellamy #dronestour2016 #muse360 #musedrones #dronesworldtourKnapp zwei Stunden spielen sich Muse durch Songs vom aktuellen Album und bekannte Klassiker, wobei Sänger und Gitarrist Matthew Bellamy nicht müde wird, wie wild über die Bühne zu springen, von links nach rechts die Laufstege entlang zu sprinten und jedem Teil der ausverkauften Arena die gleiche Aufmerksamkeit zu schenken. Dabei ist es ganz egal ob gerade neue oder alte Songs gespielt werden, die Stimmung ist durchweg gut. Das Highlight des Abends dürfte aber wohl der von rund 19.000 Stimmen gesungene „Starlight“ Refrain gewesen sein. Ob mit Gitarre, am Piano oder ganz ohne Instrument, Mr. Bellamy weiß eben wie man das Publikum für sich gewinnt.

Mit ihrer „Drones-Tour“ beweisen Muse wieder einmal, dass sie den Status als eine der größten lebenden Rockbands verdienen. Wer eine Show der Briten besucht bekommt sowohl musikalisch als auch showtechnisch eine Konzert der Superlative geboten. Chapeau Muse! So etwas macht euch so schnell keiner nach!

(Bericht: Christian Heinemann)