And So I Watch You From Afar in Köln 2013, Foto: Jens Becker

And So I Watch You From Afar – Gangs

Vergleicht man instrumentalen Postrock mit Autos, ist festzustellen, dass And So I Watch You From Afar weder Mercedes noch Lamborghini sind, sondern ein Charakterauto vorstellen, das zu mehreren Runden verleitet.

And So I Watch You From Afar - Gangs

And So I Watch You From Afar – Gangs

Im instrumentalen Postrock ist es wie bei Autos: Die Erfinder sind immer noch Weltspitze, einige andere konnten sich etablieren, manche bringen vereinzelt ein gutes Modell heraus, und manche möchte man sofort abwracken. Was das mit And So I Watch You From Afar zu tun hat?

Die wollen kein Mercedes (aka Godspeed) und auch keine dreiste chinesische Lamborghini (aka Mogwai)-Kopie sein. Sie fahren nicht wie auf Schienen (das ewig gleiche Laut-Leise-Laut-Leise-Spiel mancher Postrocker). Sie sind auch keine gepimpten Proll-Karren (aka fette Produktion, aber im Schritt-Tempo über Verkehrsberuhigungsbuckel fahren).

Aber was sind sie dann? Vorsprung durch Technik? Ja, ein sehr dynamisches Fahrwerk (die Rhythmus-Fraktion), eine exzellente Pannen-Statistik (kein Ausfall in mehreren Test-Durchgängen). Und vor allem: verspielte, frickelige Gitarren, die das Gesamt-Erscheinungsbild prägen, und das nachhaltig. Zwischen Luxuslimousinen, Sportwagen, Flitzer und Straßenkreuzer kann man „Gangs“ nicht eindeutig einsortieren, aber man spürt sofort: Diese Krachkarre hat Charakter. Und dass die Sambaklänge am Ende der Fahrt vom Takt genau aufs Einstiegs-Riff passen, führt einfach nur dazu, dass man noch eine Runde dreht.