Nothing But Thieves

Nothing But Thieves – Nothing But Thieves (Review)

Alternative Rock hat einen neuen Schutzpatron! Nothing But Thieves, fünf junge Engländer, nehmen sich der Musikrichtung an und erweisen die Ehre.

Doch auf Anfang: Das Quintett gründete sich 2012 und veröffentlichte von 2013 bis 2015 jährlich eine EP. Viele der Songs haben es nun auch auf ihr Debütalbum geschafft. Wer sie schon mal live gesehen hat (zum Beispiel als Vorband von Gerard Way, Awolnation oder auf ihrer Headline-Tour im Herbst), weiß um das Stimmvolumen von Sänger Conor – und dass er auch live so singen kann, wie auf Platte.

NBT AlbumWobei er es beim Album Opener „Excuse Me“ etwas übertreibt und jeden Kastraten-Chor blass aussehen lässt. Besonders gut kommt seine Stimme bei den Balladen zur Geltung: „If I Get High“, „Graveyard Whistling“, „Tempt You“, „Six Billion“ und besonders „Lover Please Stay“ schaffen es auf der Gänsehautskala auf eine klare 12 von 10. Die Nothing But Thieves Stadionhymen folgen dann erst bei „Drawing Pins“ und dem umwerfenden „Neon Brother“. Bei „Hostage“ geht es heavy zu. Der schwere Bass und das treibende Schlagzeug versetzen dem Song fast schon eine Art Industrial-Sound. „Painkiller“ hingegen ist eine moderne Rockabilly Nummer. Und dann gibt es wieder Nummern, die ihre Schublade noch nicht gefunden haben – so gehört bei „Itch“ und „Honey Whiskey“.

Wer denkt, dass Fall Out Boy mit „Save Rock And Roll“ den Rock gerettet haben, sollte den Mainstream-Müll mal ganz schnell in die Tonne kloppen und sich ein richtiges Rock-Album zulegen. Hier wird nicht groß der Untergang der Ikonen betrauert, sondern auf Ruinen aufgebaut, um wertvolles Handwerk zu erhalten und es in die Neuzeit zu transferieren. Große Worte werden hier nicht ge- oder versprochen, aber große Musik wird gespielt – die bald sicher kein Geheimtipp mehr ist.