Saves The Day in Köln 2014, Foto: Jens Becker

Saves The Day + KMPFSPRT in Köln 2014

Saves The Day haben zwar schonmal das „große“ Underground ausverkauft. Das scheint aber in irgendeiner grauen Vorzeit gewesen zu sein. Heute abend spielen Chris Conley und Co. Im kleinen Underground2 – auch wenn KMPFSPRT hier durch den Heimvorteil auch nochmal ein paar Leute extra ziehen.

Underground 2, Köln // 23.04.2014

KMPFSPRT sind zwar schon die klassische Support-Band (Polar Bear Club, A Wilhelm Scream, Millencolin, Team Stereo). Aber auch wenn bei ihrer eigenen Headline-Show mit Idle Class in genau diesem kleinen Underground2 vielleicht ein paar Menschen mehr waren als an diesem Abend – sie waren spürbar die Vorband: Bei der schon ebenso klassischen Single-Herzschmerz-Hymne „Atheist“ kann man die gefühlten Singles des Abends am Gesichtsausdruck erkennen. Sie singen die bedeuterungsschwangeren Zeilen „Und so wie jedes Mal ist das Wort zum Sonntag ’schade‘, das Wort zum Freitag ‚Bier‘ und das Wort zum Samstag ‚Kater‘ am textsichersten und enthusiastischsten mit.

Aber natürlich meldet sich auch niemand, als Sänger Richard vor „Musikdienstverweigerer“ in die Runde fragt, ob jemand den gerade nicht anwesenden Frau-Potz-Schreihals Felix bei dessen Part ersetzen will. Dafür gibt’s kurz vor Ende ein Bekenntnis von Gitarrist und Texter David: „Theorie der guten Chance“ mit der Textzeile „Wenn die Welt es nicht versteht, dann muss die Welt halt lernen“ ist eins zu eins geklaut aus „Collision“ von Saves The Day.

Und es ist auch nicht verwunderlich, dass sich KMPFSPRT-David sofort in die erste Reihe stellt, als Saves The Day die kleine Bühne betreten. An seiner Mitsing-Lautstärke und am Level des Bewegungsdrangs kann man übrigens den ganzen Abend lang das Alter des jeweiligen Saves-The-Day-Songs ablesen: je oller, je doller! Insgesamt finden sich hier zwar nur wenige Leute ein, die sind aber enthusiastisch und aus allen Altersklassen: Neben einem Vater, der genau so textsicher ist wie seine Tochter, stehen Typen, die schon beim Kölner Konzert 2001 dabei waren, und Mädels, die beim Saves-The-Day-Debüt-Album noch zu jung waren, um zu wissen, wer diese Backstreet Boys eigentlich sind.

Hach, war dat schön!

Sänger Chris Conley lässt sich von dem zahlenmäßig recht kleinen Publikum aber nicht irritieren: Er weiß, dass seine Band viel zu selten in Deutschland war, um sich hier zu etablieren. Für ihn ist das hier wie ein Neustart (wie er KMPFSPRT-Dennis verraten hat) – und genau so enthusiastisch geht er auch ans Werk. Die Setlist ist wie am Vorabend in Dortmund gut durchmischt, und seine komplette Band spielt und singt leidenschaftlich mit – auch wenn seine jetzigen „Schergen“ auch erst in den letzten Jahren dazugekommen ist. Der Stimmungshöhepunkt war zwar natürlich „At Your Funeral“ am Ende des ersten Drittels. Aber nach dem üppigen Set sind wohl alle mit einem Gefühl nach Hause gegangen, das sich zusammenfassen lässt mit: Hach, war dat schön!

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