Templeton Pek

Templeton Pek + Ahab live in Köln

Im Grüngürtel schwitzen die Leute wie am Strand aufm Ballermann, in der Zülpicher Straße findet man keinen Sitzplatz mehr draußen – nur im MTC bei Templeton Pek ist es ordentlich luftig.

Templeton Pek + Ahab live in Köln, MTC // 17.07.2014

Um zehn nach neun sind zwölf Leute im Kölner Kellerclub – vier davon die Vorband Ahab. Als die kurz darauf die Bühne betreten, finden sich immerhin rund 30 Menschen vor der Bühne ein. „Haben die Leute oben nicht mitgekriegt, wie kühl es hier ist?“ fragen Ahab rhetorisch in die Runde. Etwas wärmer ist der Applaus, den sie für ihre bunt gemischte Tüte Punkrock bekommen. Das Ganze klingt mal wie ältere …but alive oder mittlere Kafkas. Sie selbst fallen sich bei der Beschreibung gegenseitig ins Wort: „Der nächste Song ist total Neunziger, so ein bisschen der alte Emo-Kram“ – „Also wie Kuschelrock mit Slayer“. Tatsächlich trägt das Stück den Arbeitstitel „Silbermond“, klingt aber, als hätten die Sportfreunde Stiller gerade Chris Wollard von Hot Water Music verschluckt.

„Everybody get involved – even the barkeeper“, ruft Templeton-Pek-Sänger Simon dagegen sofort ins Publikum. Und siehe da: Eine kleine Gruppe (also ca. ein Viertel der Leute) übt sich vorne abwechselnd in Mini-Pogo oder – bei ruhigeren Parts – in gestenreichem Ausdruckstanz. Alle anderen wippen, singen oder nicken mehr oder weniger energisch mit. Es ist beachtlich, wie sehr sich die drei Briten reinhängen – die wenigen Anwesenden sollen wenigstens auf ihre Kosten kommen. Ihr aktuelles Album „Signs“ dominiert die Setlist, dazu kommen ein paar ältere. Und zum Ende hin lassen Templeton Pek auch noch zwei Songs vom Stapel, die auf dem kommenden Album erst erscheinen werden. Diese beiden muten etwas komplexer als die älteren an, aber genau so ungestüm. Und nachdem sich die drei schon mit dem eigentlich wirklich letzten Song verabschiedet hatten, ließen sie sich durch beharrliche Zugabe-Rufe nochmal wieder auf die Bühne locken, um nachher am Merch noch eine Runde mit wahrscheinlich allen Anwesenden zu schnacken.

Am Ende dieses Abends blieb eigentlich nur noch eine Frage: Wieso erscheinen zu so einem Konzert etwas mehr als 30 Menschen, wenn artverwandte Bands wie Rise Against einen Laden wie die Mitsubishi-Electric-Halle innerhalb von kurzer Zeit ausverkaufen?

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