The Get Up Kids, Foto: Jens Becker

The Get Up Kids in Bochum 2011

Erinnerungen und Emotionen, alte Helden mit neuen Songs, Hoffnungen und Befürchtungen – und dann verlief das Konzert der Get Up Kids doch erwartungsgemäß.

Zeche, Bochum // 28.09.2011, Support: Eastern Conference Champions

Es ist der große Zwiespalt einer Band, die einmal riesigen Kult-Status genoss und dann eine Durststrecke und Pause später neue Songs rausbringt: Die Band will natürlich und mit Recht ihr neues, stilistisch anderes Material spielen. Wir wollen eigentlich, im Grunde unseres Herzens, doch nur die alten Hits hören. Ruht euch doch einfach auf euren Lorbeeren aus – und wir sind glücklich und zufrieden. Aber die Get Up Kids überbrückten den grand-canyon-tiefen Graben zwischen Fan-Wünschen und Band-Haltung.

Matt Pryor und Co. Spielten – logisch – einen bunten Mix aus alten und neuen Liedern. Die Fans in der mager gefüllten Zeche lauschten großteils aufmerksam den neueren Songs. Anhören, weitgehend Gefallen daran finden – doch als mit „Action & Action“ der erste große alte Hit erklang, stachen Zeigefinger in die Luft, sangen Kehlen laut mit, blickten Augen selig in Richtung Bühne. Und so zog es sich durch das Konzert: Man konnte am Applaus und am Bewegungsreichtum im Publikum erkennen, ob die Get Up Kids gerade einen alten oder einen neuen Song gespielt haben.

Die Zugabe mit „Holiday“ und „Ten Minutes“ beendete die Band schließlich mit „Girls & Boys“ von Blur – als hätten sie nicht selbst genügend Hits. Aber hier galt wie für den Rest des Abends: Die Beteiligten vor und auf der Bühne gingen wohl zufrieden nach Hause.