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Tiny Moving Parts – Swell – Review + Tour

Gleicher Sound, gleiches Songwriting, der gleiche Mix aus Punk, Midwestern-Emo, Pop, Math und Hardcore. Swell, das neue Album von Tiny Moving Parts, ist die logische Fortführung des Vorgängerwerkes Celebrate. Es gibt nur ein Manko…

Tiny Moving Parts – Swell

Swell, das neue Album von Tiny Moving Parts hat eine beschissen hohe Messlatte zu nehmen: ein grandioses Vorgängeralbum. Celebrate sorgte bei Punkern,  Midwestern-Emo-Fans, Math-Gekniedel-Liebhabern und sogar den HC-Girls&Boys für Einträge in den Albumcharts des Jahres. Dem Mix aus anspruchsvollem Getue an den Instrumenten, dicker Produktion und Singalong-Ohrwurm-Songwriting konnte niemand widerstehen, auch die Fans der ersten Stunde verzeihten die Abkehr vom hektischen Sound der vorherigen Output. Supportslots bei Bands wie Into It Over It, The Wonder Years oder The Fall Of Troy ließen die Herzen hierzulande noch heftiger für die Band schlagen: live sind Tiny Moving Parts ein chaotisch-krachiges Erlebnis. Dass der dauergrinsende Dylan Mattheisen und seine Cousins Bill und Matt Chevalier obendrein absolute Obersympathen sind, macht einen noch schneller zum Fan.

Von der ersten Sekunde auf Swell wird klar, dass hier anscheinend eine Band ihren Sound gefunden hat: Verspieltes Intro im Open Tuning (DAEAC#E oder so: Kinsella und Algernon Cadwaller lassen grüßen), Singalong und dann auf sie mit Gebrüll, vertrackten Strophen, verspielten Breaks, angekratztem Stimmband und Blink 182esken Großmomenten im Refrain. Funktionierte schon blendend auf Celebrate, funktioniert auch auf Swell.

Konsequent verfolgen Tiny Moving Parts zwei Band-Mantras: 1. Wir schreiben keine einfachen Songs.  2. Am Ende des Tunnels ist Licht. Ersteres tuen sie wahrscheinlich, damit die eigenen Lieder sie irgendwann nicht langweilen. Letzteres wohl, weil Honigkuchenpferd Mattheisen es nicht über sein Herz bringen würde,  der Melancholie seiner Worte nicht zumindest noch eine Portion Optimismus mit auf den Weg zu geben.

Waren diese charakteristischen Alleinstellungsmerkmale auf Celebrate eine überraschende  Stärke, sind sie obskurerweise das Manko von Swell. Bis auf Ausnahmen (Whale Watching, Warm Hand Splash) sticht wenig aus diesem Album hervor. Irgendwie hat man das Gefühl, dass man das alles schon kennt. Als ob Celebrate einfach ein paar Songs mehr bekommen hat. Das heißt ausdrücklich nicht, dass das Trio aus Minnesota dieses Album vergeigt, wahrscheinlich werden nach Swell noch mehr Bands versuchen, so einen Sound nur ansatzweise hnzubekommen. Und sowohl an Skills an den Instrumenten als am Songwriting scheitern.

Aber eines ist Swell im Vergleich mit Celebrate halt nicht: das aus dem Nichts auftauchende Album des Jahres.

Tiny Moving Parts auf Tour

18.04. Köln – MTC
19.04. Hamburg – Headcrash
20.04. Trier – Lucky’s Luke
23.04. Wien – Arena

Tiny Moving Parts – Applause

Tracklist: Tiny Moving Parts – Swell

01 Applause 3:07
02 Smooth It Out 3:24
03 Feel Alive 3:21
04 Caution 3:19
05 Wildfire 3:19
06 Whale Watching 3:15
07 It’s Cold Tonight 2:51
08 Malfunction 2:53
09 Wishbone 2:36
10 Warm Hand Splash 3:53

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