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Das Underground Köln schließt. Wir trauern. Und erinnern uns.

Ein mieser Tiefschlag in die Kölner Konzertszene: die (DIE!) Institution namens Underground in Ehrenfeld schließt. Und das schon im September. Wir sammeln hier unsere und gerne auch Eure Konzerterlebnisse im Underground.

Schon 2013 gab es im Zuge der Neubebauungspläne des Heliosgeländes in Köln Sorge um das Underground und die Kölner Kulturszene; eine Bürgerinitiative kämpfte erfolgreich für den Erhalt des legendären Konzertvenues. Doch jetzt hat das letzte Stündlein geschlagen: wie heute (27.07.2017) bekannt wurde, schließt das Underground im September diesen Jahres.

underground flyer konzertAuch für viele Bands war der Underground fester und gern gesehener Bestandteil einer Deutschlandtour, war der Hochbett-Schlafplatz im „Backstage“-Häuschen direkt hinterm Eingangstor doch eine grandiose Alternative zur Rückbank im Bully oder irgendeinem Boden. So bedauerte Tony Sly, als No Use For A Name ihre letzte Show in Köln spielten, zig Mal, dass sie in der Essigfabrik spielten – und nicht im Underground. Weil das sein erklärter Lieblingsclub in Köln war, nicht zuletzt weil es im Gegensatz zur Essigfabrik Jägermeister gab. Kneipe und Biergarten waren ein beliebter Anlaufspunkt für ein oder zehn Aftershow-Drinks für Bands auf Tour, so dass man über die Jahre weg als normaler Mitten-In-Der-Woche-Besucher gerne mal nichts ahnend in ausufernde und alkoholgeschwängerte Gespräche mit Musikern geriet.

Wir hauen jetzt mal mit zwei weinenden Augen unsere und gerne auch Eure spontanen Erinnerungen ans Underground Köln raus. Vergesst bitte Objektivität, Chronologie oder Vollständigkeit.

Underground Köln – unsere legendärsten Konzerte

2009: The Gaslight Anthem, Frank Turner & Polar Bear Club. Was für ein Line-Up: Polar Bear Club eröffnen mega früh, viele wissen nicht, was die Band schon da im Köcher hat. Headliner TGA spielen sich gerade in immer größere Clubs, sind aber noch fernab vom Superstardom to come. Und dann stiehlt mittendrin einer beinahe die Show. Frank Turner spielt seine erste Deutschlandshow ever. Bei der Zigarette während des Umbaus schwärmt ein Eingeweihter von den beiden Alben Sleep Is for the Week und
Love Ire & Song sowie dem Talent, das in dem Briten schlummert. Nach nicht mal fünf Minuten liegt Frank Turner dann auch der gesamte  Underground zu Füßen. Niemand wagt es mehr, wie sonst üblich bei der Kombination aus SingerSongwriter & Support viel zu laut und unhöflich dazwischen zu labern. Wie sympathisch und gut kann man eigentlich sein? So sympathisch: Am Ende des Abends zieht es die Meute in die klirrende Kälte und wer sitzt da kurzärnelig draußen im Biergarten und spielt für einen Fan, der die Show verpasst hat noch ein paar Lieder auf seiner Akkustikgitarre? Frank Turner!
(ein ganzer Haufen Addicts)

Die größte Energie: Good Clean Fun //Die größte Enttäuschung: Hot Water Music Sold Out // Der größte Schweiß: Schrumpelfinger bei Touche Amore
(Micha)

Ausgestattet mit Diktiergerät, einem zu bemalenden Ork und süßlich riechenden Mitbringseln für die Band mache ich 2005 mit Silverstein mein erstes Interview für GETADDICTED. Irgendwie waren auf einmal alle berauscht. Weit vor der Show. Nicht mein Problem. Teils meine Schuld.
(Henning)

Sorry, etwas länger, aber weniger Worte wären diesem Club nicht gerecht… ich muss mich erst noch fassen: Die schönsten Konzerte meines Lebens – von Paramore über New Found Glory, Tonight Alive bis zur Farewell-Tour von We Are The Ocean. Meine ersten Interviews für GETADDICTED im ranzigen Backstage mit den schönen, fleckigen Hochbetten. Meine erste Berührung mit der Kölner Clubkultur, als ich gerade 18 geworden bin und mit Perso endlich überall rein kam. Ein mal habe ich vom Underground bis zu meiner damaligen Wohnung in Siegburg (ca. eine Stunde von Tür zu Tür) sechs Stunden gebraucht. In diesem Laden habe ich nächtelang getanzt, gesoffen, gekifft und geknutscht. R.I.P. Underground.
(Tina)

Underground La Dispute BackstageMein heißestes und schweißtriefendstes Konzert im Underground ist gleichzeitig das Geständnis zu einer früheren Deutschpoppunkliebe: 2002 tropft bei The Wohlstandskinder der Schweiß von der Decke. Sauerstoffgehalt: 0,2%. (Henning)

1991: Fat Mike (NoFX) vor dem Konzi draußen auf dem Bordstein vor dem Underground sitzend – irgendwann hat er sich dann kurz aufs Skateboard geschwungen und Geschichten über die Tour erzählt. Damals denkwürdig, nicht ausverkauft und daher noch vor dem folgenden PunkRock-Boom.
(Geremeck)

Zu Goldfinger verirren sich gerade einmal 25 Leute in den Underground. Dabei sind die 2002 gar nicht mal komplett unbekannt. Liegt es wirklich daran, dass gerade Bayer Leverkusen gegen Real Madrid im Champions League Finale spielt? (Henning)

2012: 10 Jahre I Get Wet Tour von Andrew WK. Gefühlt 20 Leute aus einer längst vergangenen, von Jackass geprägten Zeit, feiern die härteste Party ihres Lebens. Es war nicht feuchtfröhlich, es war einfach nur nass. Blutige Nasen blieben aus. (Mathes & Philipp)

Die Bühne zu niedrig, immer scheiß heiß und viel zu voll….. aber immer eine reise wert, wtf
(Thukka)

Als ich damals als Jungspund für GETADDICTED unterwegs war hatte ich einen fantastischen Abend mit The Diamond Nights. Es muss im Frühjahr 2006 gewesen sein und ich sollte mit den Jungs ein Interviewführen…Kleines Underground, großartige aufstrebende Band mit superben Kritiken weltweit. Nichstdestotrotz waren da vielleicht 30 Leute auf dem Konzert und eine Stimmung wie gefühlte 1000. Das Interview erschien nie. Die Band hat mich backstage abgefüllt!
(Sascha)

My first ‚proper‘ hardcore show happened to be in the Underground. I convinced my parents to have a nice night out in Cologne. They were so kind to drive us and said they pick us up I guess around 10.30pm. We were 18, couldn’t get a car for that night and just got into hardcore. We all lived in small villages dotted around Unna. We did not know anything about punk rock concert etiquette in the big cities. No wonder, the learning curve was a steep one…
For example – don’t trust the start times printed on flyers (which can be an important factor if your parents pick you up). Of course, the show started late, maybe with Force Of Change. I can’t quite remember but it was certainly a band from ibbenbüren/münster?! Next one up was a band with male/female vocals. I was curious to see them as the Green Hell catalogue had praised them.
We felt pretty strange, a lot of people seemed to know each other. We felt a little out of place, I mean before that we just had been to concerts in Zeche Carl or the Matrix. It all had felt more anonymous but in Cologne it was way more intimate.
It was in the back room and it was just a bit more shabbier from what we used to know, the room was pretty small, tags were on the bare concrete wall and it was hot and sticky. It really felt ‚underground‘ to us.
GCF came on stage just before 10.30. I remember the energy in the room was pretty amazing. People were singing along and fingerpointing. We were gutted that we needed to leave – although we did try pushing it to 10.40. But we were not punk enough to keep my parents waiting for too long. I guess that’s why I became a hardcore kid instead.
The evening was excellent, it was intriguing to see the rawness and energy on stage. But GCF were also just that – fun. For me the concert marks the start of getting into the ’scene‘.
Actually, it was lucky that the show started late and my parents picked us up early. Because the next day GCF played in the Baracke and we decided to go there as well, as we hadn’t seen them properly that night.
Little did we know that shows in the Baracke did use to start even later … But that’s probably for another reminiscent ‚back in the day‘ let grandma tell you post.
Anyway – for that reason alone the underground had always a special place in my heart when it comes to concert venues.
(Kat)

Underground Köln (Nicht nur) als Kölner hofften wir bis zuletzt, dass das Ende des Undergrounds noch in einer nicht näher terminierten Zukunft liegt. Tja, jetzt ist es soweit, und genauso wie Euch schwirren mir viele Konzerte im Kopf herum, an die es sich zu erinnern gilt! In der näheren Vergangenheit bleibt ~Mother Tongue~ im Sommer 2016 unvergessen. Ich mit Humpelknie nur zaghaft die Pogenden um mich herum wegdrückend lauschte ich „Burn“ direkt als Opener (!), und damit war klar, was die Stunde geschlagen hatte! Herrlich! 2008 kam Mina Caputo, noch als Keith unterwegs, drei Jahre vor ihrem Outing als transsexueller Mensch. Mit Addict Jens gab’s nachher noch ein Foto, Mina, um einigermaßen auf Augenhöhe mit uns zu sein, stellte sich zwei Barhocker zurecht, um an ihnen hochzuklettern und sich dann an uns festzukrallen. Es war spitze, was für ein toller Mensch und natürlich was für eine begnadete Musikerin. Recht früh gab’s ein „Smells Like Teen Spirit“-Tag in irgendeinem Lied untergebracht, das Underground hätte danach eigentlich schon dichtmachen dürfen, es konnte nichts mehr kommen…!
(Matthias)

20.04.2000 Hot Water Music mit Muff Potter als Vorband. Als mein Kumpel und ich in die Straße zum Underground einbogen, saß bereits die ganze Straße voller Leute, viele mit „Suche Karte“ Schildern. Auf dem Weg dahin zig Mal angesprochen worden, ob wir noch Karten hätten. Karten hatten wir eh keine, nur ein Blatt vom Quittungsblock aus dem Underdog. Da wir viel zu früh dran waren, sich erstmal den mitgebrachten Kaltgetränken gewidmet und dem bunten Treiben zugesehen. Irgendwann riefen dann Muff Potter und wir verlegten unseren Platz ins damals noch nicht umgebaute UG. Nach `ner guten Show draußen noch `ne Zeit lang mit den Jungs gequatscht, Platten gekauft und die Zeit zu HWM überbrückt. Was dann ab dem ersten Akkord der Jungs aus Gainesville los war, glich einer Erruption lang angestauter Gefühle. Der totale Wahnsinn! Ich habe unzählige Konzerte besucht und selbst gespielt, aber das, was an diesem speziellen Abend dort passiert ist, werde ich nie vergessen. Ein wechselseitiger Energieaustausch zwischen Band und Publikum par excellence. Die perfekte Nacht mit perfekten Bands vor perfektem Publikum in einer perfekten Location.
Dazu unvergessene andere Shows mit den Bouncing Souls, Alkaline Trio, Bombshell Rocks, The Peepshows usw…
DANKE Underground!!!
(Jürgen)

Ohne einen klaren Favoriten nennen zu können, immer in Erinnerung bleiben: jedes Konzert von Funeral For a Friend, die ich über die Jahre ein paar mal dort gesehen habe, Every Time I Die, Jimmy Eat World, Architects, The Blackout, Frank Turner & The Sleeping Souls …und natürlich die Currywurst im Biergarten danach!!!
Die ersten Konzerte, die ich für GETADDICTED fotografiert habe, haben im Underground stattgefunden, aber auch ganz davon abgesehen war und ist es mein Lieblingsclub in Köln.
(Kirsten)

Das Underground Köln war Austragungsort meines einzigen, jemals erlebten Filmrisses. Im Underground hab ich gesoffen, vor dem Underground hab ich ganz, ganz kurz die Augen zu gemacht und in meinem Bett bin ich aufgewacht. #truestory
(Philipp)

The Interrupters. ..Vor drei Jahren noch eher unbekannt im kleinen Club for 50 Leuten mit einem weinenden Belgier zu meiner linken. Wir werden euch vermissen.
(Stefan & Tobi)

Ich hab vor 25 Jahren mein allererstes Konzert überhaupt im Underground gesehen. Ich glaube es war Front 242 (autsch). N Kumpel hat mich damals mit dahin geschleppt. Die Musik fand ich scheiße, den Laden nicht. Sehr schade alles. Am 13.9. kann ich ja dann mit Joey Cape gebührend Abschied feiern.
(Holger)

underground flyer konzertWo fange ich an – Im Underground haben wir alle gesoffen, gekifft, geknutscht, sind durch Pisse gewatet und haben vielleicht sogar jemandes Haare beim kotzen gehalten. Einer meiner Freunde hat sich das Bein da gebrochen – der andere die Nase. Pogen will gelernt sein. Wir haben tonnenwiese Altersvorsorge in Form von Pfandchips in Schnaps umgetauscht oder in Einkaufswagen gesteckt. (Ich finde gefühlt 2 Mal im Monat Pfandmarken in irgendwelchen Hosen und Jacken. Das darf niemals aufhören!) Ich habe Freunde im Underground verloren – ich habe aber vor allem welche gewonnen. Einige werden jetzt vielleicht sagen: An der Geschichte würde ich vielleicht etwas schrauben oder sie ungern erzählen. Mir geht’s anders: Ich habe morgens um 6 nach 250 Stunden Getanze im Underground meinen besten Freund und den heißesten Typen der Welt kennengelernt – Matthias, Du bist auch heiß. Die schrägste Begegnung und zugleich vermutlich die Wichtigste meines Lebens. Seitdem haben wir etliche Konzerte, Geburtstage und Morgenstunden im Untergrund gefeiert. Die besten Pommes gegessen und für den ein oder anderen Kater ordentlich malocht. Wie oft war (oder ist) das Underground die letzte Anlaufstelle, bevor es uns dann ins Bettchen (wessen auch immer), unter den WG-Kickertisch oder das (meistens) eigene Treppenhaus gezogen hat?!? Ich könnte ewig so weiter machen… aber dann weine ich gleich. Ich trauere nicht nur um die Zeit, die ich nicht mehr im UG abhängen werde – Denkt denn niemand an die Kinder? 🚇
(Es De)

Unfassbar geiles Kids Insane Konzert dort gesehen, auf dem mein Facebooktitelbild erschienen ist. Und die grandiose Days in Grief Show vorletztes Jahr. Es ist ein Jammer.
(Eddie)

Das erste ausverkaufte Deutschlandkonzert von Royal Republic bei ihrer ersten eigenen Tour im September 2010. Auch 7 Jahre später noch in dem top 3 der besten Konzerte, die ich je besucht habe und das lag nicht nur an der Band sondern auch an der Location.
(David)

2015 Pre-Listening-Konzert von GWLT. Einer der besten Konzerte auf denen ich war. Zuerst in der falschen Schlange angestanden (glaube We Butter the Bread with Butter spielten auch dort) und später einfach nur eine geile Party! Bei jedem Toilettenbesuch wurde mir automatisch vom Thekenpersonal ein offenen Bier beim vorbei gehen gereicht.
(Patrick)

Schon aus Hamburg immer wieder gerne Kungfu gesehen später nach Köln gezogen erinnere mich an unzählige tolle Konzerte. La Confianza Eat The Gun Smile And Burn oder eins der ersten JORIS Konzerte in Köln. Bin echt traurig drüber man konnte die ein oder andere laue Sommernacht bei nem Getränk mit tollen Leuten auf den Bierbänken verquatschen. Werde es vermissen Köln hat zu wenige Clubs in der Größe.
(Frauke)

Underground war eine absolute Instanz der Koelner Szene. Unvergessen fuer mich ist das „Man or Astroman“ Konzert dem ich „irgendwann ende der 90ziger“ beigewohnt habe.. War n klasse Laden.
(Arnd)

underground erinnerung

Habe dort einige Shows als Tontechniker gemischt und es war immer wieder geil! Den Club habe ich 2006 mit der Band „Fire In The Attic“ das erste Mal besucht und es war eine riesen Jahresabschluss Show von FITA. Und an den Backstage kann ich mich auch noch sehr gut erinnern 🙂
Schade, dass er schließt, vor allem für viele Bands sehr schade, die dort die Möglichkeit hatten, in einem nicht allzu großen Club in Köln spielen zu können.
(Dirk)

Viel Bier gesoffen, Ausgangsort diverser Bettgeschichten, schöner Zeiten mit Freunden und Kotzerei aufm Klo. Dass das Underground schließt ist ne Schande.
(Kai)

So viele unvergessene und legendäre Konzerte! Sogar zwischen 2 Konzerten in der LMH und dem Underground hin und her gependelt. Und bei vielen dieser Konzerte war immer mein sehr guter Freund Andi dabei, der leider schon vor über 2 Jahren gehen musste.
Nun also ein weiterer Ort der Erinnerung, der dem Erdboden gleich gemacht wird. Keine Ahnung, ob diese Schule ausgerechnet an diesem Ort wirklich nötig ist – ich bin aber auch kein Stadtplaner; und das ist sicherlich auch gut so. Hoffentlich schaffe ich es vor der Schließung noch mal – evtl. kurzfristig heute abend zu FACE TO FACE (Andi wäre sicherlich dabei).
(Oliver)

Weißt Du noch beim Allschools Birthday Bash, als wir uns hinten ins Gebüsch gestellt und da betrunken haben, weil wir die anderen Leute so unglaublich beschissen fanden?! 😀 Und dann drinnen bei Still Screaming mit 10 Mann oder so standen und uns wie Schneekönige gefreut haben, weil der Rest der Gäste von der Ansage bzgl. „K-Tiger-Fools“ und „Wir sind hier nicht beim Kickboxen“ abgefuckt war? ^^ Ach, was war das großartig!
Von den ganzen übrigen, geilen Abenden mit Vier Promille, Pro-Pain (der Biss in den Türrahmen von Adam Phillips war legendär, oder Jules BackyardRiot? :D), Sick Of It All, Discipline, Aggressive, Wisdom In Chains, Death Before Dishonor, My Defense, Comeback Kid, WM-Spielen oder „Einfach mal so mit Bier und Jameson-Ginger Ale an der Theke abschmieren“-Unfällen mal ganz abgesehen…. Schade, dass es vorbei ist.
(Christian an Sascha)

Wieso!? Habe dort mein erstes Konzert erlebt vor 10 Jahren und Leute kennengelernt, die ich bis heute meine Freunde nennen darf. Wo kann man sonst noch gute Musik hören, Konzerte erleben und Leute mit derselben / ähnlichen Philosophie antreffen, wenn nicht in Underground ( prinzipiell in Ehrenfeld)
(Miriam)

Alle genialen Erinnerungen mit Melissa Manson. Und ständig der Satz von Matze Hellstrøm „ich geh erst heim wenn das Underground schließt. Also nie!!!“
(Fabienne)

Vor mindestens 10 Jahren haben wir immer den Gästen ihre Gläser gemopst und selber an der Bar abgegeben. Dadurch haben wir den ganzen Abend kein eigenes Geld ausgegeben und konnten am nächsten Tag auch noch davon shoppen gehen. Irgendwann kamen dann diese Pfandmarken, ich glaube wir sind das schuld! Tut mir leid Leute 🙂
Man das lag mir schon viele Jahre schwer im Magen xD Unsere Taschen waren so voll mit Kleingeld, dass wir gebückt gingen.
Weißte noch als wir am nächsten Morgen bei h&m waren und uns von den Pfandgeld Klamotten geholt haben, und das ganze kleine Geld da an der Kasse ausgepackt haben? Haha
(Lina, Charlotte & Rebecca)

Underground Horse the bandMir hat der Bassist von HORSE The Band im Sommer 2009, während er ein Dinokostüm trug, so heftig eine Kopfnuss gegen die Kamera gegeben, dass mein Objektiv einen ordentlichen Knick und ich ziemliche Kopfschmerzen hatte. Als Entschuldigung durfte ich mir ein T-Shirt mit wunderbarem HORSE The Band-Design aussuchen. Einer der wenigen nüchternen abende.👌🏻 Der letzte Besuch ist zwar schon Jahre her, aber seit letzter Woche haben wir wieder einen Einkaufswagen-Chip aus dem Underground. Keine Ahnung wo der her kommt.
(Arek)

Alter Schwede , da waren wir die ersten Djs und haben Bands angeschleppt und selber auch da gespielt … dass Unique Records das Underground überlebt …
(Henry)

Wie oft habe ich diesen Laden verflucht weil er ausverkauft, überfüllt und komplett ohne Sauerstoff war! Und trotzdem war es immer SO geil! So klatschnass verschwitzt wie da hab ich selten ein Venue verlassen. Mein Highlight war definitiv 2013 Letlive , die den Laden abgerissen haben. Der Sänger kletterte damals die kompletten Rohre/Schächte whatever an der Decke entlang und hing einen Song lang über der Crowd 😄 Auch La Dispute vor keine Ahnung wie vielen Jahren dort waren grandios. Letztes Jahr im Mai noch Polar und Northlane. Ach Kinners, so viele schöne Erinnerungen. Und als es früher regelmäßig samstags aus der Kleinstadt mit dem ersten eigenen Auto in die Live ging, war ein Abstecher in’s Underground eh immer Pflicht. Wird mir in der Kölner Konzertszene sehr fehlen dieser Laden.
(Carina)

At the Drive In, vielleicht 1999 oder 2000… Habe um die Ecke gewohnt und das Underground war mein Wohnzimmer- mir blutet das Herz!
(Adelheid)

2006 Good Clean Fun. Draussen Hitze, drinnen noch heißer. Eine der besten Shows meines Lebens. Damals extra 200km gefahren. Würde ich immer wieder tun. ❤
(Oliwia)

Als mich die Nachricht heute morgen erreichte, war mir klar das es endgültig dem Ende zu geht. Keine Falschmeldung, keine Spekulation.
Jetzt sitze ich in der Bahn ins UG und lasse so einiges Revue passieren.
Unfassbare Konzerte und Saufabende. Egal was, wenn man nicht mehr wusste wohin man nach einer woanders durchzechten Nacht, man landete im UG… Hatte man mal keine Kohle so in der Mitte des Monats und wollte trotzdem abzappeln, man landete auf der Tanzfläche vom UG… Auch wenn man mal nicht wusste wohin oder auch einfach weils immer wieder interessant und voller Überraschungen war, egal ob die Playlist die gleiche wie vor 10 Jahren war… Das UG war immer ein wenig Wohnzimmer. In manchen Jahren mehr, in anderen weniger. Irgendwas zog einen immer wieder hier hin.
Ich lernte Leute aus vielen Ecken der Welt hier kennen, teilweise lieben und teilweise verbrachte man einfach nen coolen Abend zusammen… Egal auf welche Weise und egal ob man sich heute noch grüßt oder komplett von der Bildfläche verschwunden ist. Manchmal kam man nur „auf ein Bier“ vorbei und blieb dann doch bis zum bitteren Ende. Mit mehr oder weniger Erinnerungen. Mit einem Morgen im eigenen Bett, in einem fremden oder auch mal am Bahnhof umringt von seiner eigenen Kotze und dem letzten Bier.
Selbst als ich noch nicht in Köln wohnte war das UG schon wichtig. Alleine schon um die Zeit bis zur ersten Bahn Richtung Heimat zu überbrücken. Oder auch als Zuflucht wenn man nicht wusste was man im Kaff tun sollte. Schnell alleine in die Bahn nach Köln, denn im UG ist immer wer den man kennt und die Garantie für einen schönen Abend steht.
Legendäre sind auch die Abende in der man als Fahrgemeinschaft von Rheinbach aus erst in die Live gefahren ist und dann noch schön im UG versackt ist.
Ich hoffe so sehr das es für die nächsten Generationen Subkultur auch irgendwo einen ähnlichen Platz für prägende Erlebnisse und einfach nur für ne schöne Zeit mit Freunden gibt und weiterhin geben wird. Es gibt nichts wichtigeres als den Erhalt solcher Zufluchtsorte…
Aber nun… Gleich bin ich da und hoffe in den nächsten, letzten Wochen noch ein paar Erinnerungen zu sammeln…
(Anna)

Ich glaube einer meiner schönsten Underground – Momente war 2009, als wir eigentlich zu The Gaslight Anthem wollten. Polar Bear Club sollten supporten (kannten wir, mochten wir) und ein gewisser Frank Turner. Ich wollte mir im Vorfeld was von dem anhören und muss scheinbar irgendwas falsches angeklickt haben, denn ich kündigte ihn meinem Freund als „komische Band mit merkwürdiger Musik“ an. Als dann Frank Turner spielte, war alles klar: Verdammt, der ist unfassbar gut. Am sympathischsten war es dann aber, dass Frank nach der Gaslight Show in der Februar-Kälte im Biergarten vor ca. 15 Leuten noch ein paar Songs akustisch gespielt hat.
Ansonsten habe ich das Underground dafür geliebt, dass man da bei Shows auch als kleine Person locker vorne stehen kann, ohne direkt richtig eins auf die Mütze zu kriegen. Ich habe dort wirklich meine besten Konzerte erlebt und werde es schrecklich vermissen. Es ist unersetzbar.
(Ines)

Ich erinnere mich gerne an die Fahrten zum Underground, vorbei an der vollgeschmierten Wand auf der Heliosstr. (Ich bin größer, ätsch) und man wusste: gleich sind wir da. Und irgendwann werde ich in Ehrenfeld wohnen.
Besonders schön war ein volles Konzert von Hot Hot Heat, bei dem meine Schwester und ich viel Platz dank der Knoblauchfrikadellen meiner Mutter hatten. Oder als der Sänger der Beatsteaks mit seinen Fuß fast ins Gesicht gerammt hat, weil er unbedingt oben am Licht rumturnen musste.
Ganz zu Schweigen von den unendlich vielen Parties (fuck, ist das schon wieder die Sonne?). Ein Teil meiner Jugend stirbt und ich trauere mit ganzem Herzen.
(Katharina)

Im Grunde war für mich früher das Underground Sex drugs and rock n roll…quasi das Lebensgefühl was man oft mit 18 bis 25 am Wochenende erlebte. Man lernte tausende von Leuten kennen, die man heute noch erkennt, auch wenn man die Namen schon längst vergessen hat und man muss grinsen wenn man nach Jahren nochmal da ist und die jüngeren Clubber sieht und merkt das teils noch immer die gleiche Musik wie vor 10-15 Jahren läuft. Tschüss Underground, es war schön mit dir, werde weiter oft an dich denken!
(Chris)

Shai Hulud, Abschiedstour mit Geert, ca. 2004??? Gänsehaut vom ersten Moment an.. und wenn ich mich an die Gesichtsausdrücke um mich erinnere, ging’s allen so.
(Sebastian)

Modern life is war. Reunion Konzert 20…15? Ich hab selten so konstant gegrinst auf einer Show. Die Leute waren alle so gut drauf und es war alles ein seliges Mitgröhlen und Feiern!
(Hannah)

Moby zur Animal Rights Tour. Da ist meine Schwester in irgendwas reingetreten und musste später mit fieser Blutvergiftung ins Krankenhaus. Konzert war aber gut – heßs, laut und leer.
(Britta)

2003: Jon Bunch (R.I.P.) von Sensefield am T-Shirt-Stand im Schnack mit Olli Schulz (damals oft Roadie) – für seinen Hamburger Schnack hätte man damals schon Eintritt nehmen können und irgendwie ist es völlig klar, dass der nun selbst auf der Bühne steht.
(Geremeck)